Notfallkrankenwagen offiziell Übergeben Drucken E-Mail
Geschrieben von Nico Radßuweit   
Freitag, 04 Juni 2010
kdsci1171.jpgDer Katastrophenschutz in Schleswig-Holstein wird weiter verbessert. Innenstaatssekretär Volker Dornquast stellte am Freitag (4. Juni) im Gefahrenabwehrzentrum der Stadt Neumünster insgesamt 30 neue Fahrzeuge in Dienst, überwiegend Krankentransportwagen, Mannschaftstransportwagen und LKW.

Sie stehen ab sofort den Hilfeleistungsorganisationen, den Feuerwehren und den Katastrophenschutzbehörden in den Kreisen und kreisfreien Städten zur Verfügung. An den Gesamtkosten in Höhe von 2,6 Millionen Euro beteiligt sich der Bund mit 1,1 Millionen Euro, Land und Kommunen stellen jeweils 750.000 Euro zur Verfügung.

“Katastrophenschutz ist ein unverzichtbarer Teil staatlicher Daseinsvorsorge”, sagte Dornquast. Er gehöre zu den Kernaufgaben des Landes, zu deren Erfüllung man auf Freiwilligkeit und das ehrenamtliche Engagement angewiesen sei. Die Frauen und Männer in den Hilfeleistungsorganisationen, den Freiwilligen Feuerwehren und dem Technischen Hilfswerk seien gut ausgebildet und hoch motiviert. Ohne deren Arbeit könne das hohe Niveau im Katastrophenschutz nicht gehalten werden. “Unsere Gesellschaft schuldet diesen Menschen Respekt und Dank”, sagte Dornquast.

Zu den 30 Katastrophenschutzfahrzeugen gehört auch ein so genannter Reaktorerkundungstruppkraftwagen. Konzipiert wurde dieses Fahrzeug von einer Arbeitsgruppe des Amtes für Katastrophenschutz unter Mitwirkung von Katastrophenschutzbehörden der Kreise und Vertretern der Feuerwehr. Das Fahrzeug, das bereits die dritte Generation dieses Typs darstellt, unterscheidet sich von den Vorgängermodellen hauptsächlich dadurch, dass es über eine moderne und IT-unterstützte Messtechnik, neueste Kommunikationsmittel wie die Datenübertragung mit UMTS sowie ein allradgetriebenes Fahrgestell verfügt. Der Reaktorerkundungstruppwagen wird im Kreis Herzogtum Lauenburg stationiert.

Der ASB Lübeck konnte einen Notfallkrankenwagen Typ B in Empfang nehmen.


Der Notfall-Krankentransportwagen im Detail.

Die Besonderheit dieses Notfall-Krankentransportwagen (KTW) Typ B(1) ist die Ausstattung mit zwei Patiententragen. Dies erlaubt den Transport und die Erstversorgung von zwei Verletzten oder Erkrankten. Als KTW-2 ist das Fahrzeug direkter Nachfolger des KTW-4. Der Notfall-KTW führt die Sanitätsausstattung nach EN 1789 mit: Fahrtrage Stollenwerk inklusive Nottrage, Schaufeltrage, Vakuummatratze und Krankentragestuhl sowie spezielle Katastrophenschutzausrüstung. Weiterhin befindet sich ein pneuknktw.jpgmatisch gedämpfter Ambulanztisch vom Typ Hydropuls Komfort an Bord. Der Tragetisch selbst hält 250 Kilogramm aus. Die zweite Trage ist seitlich verstaut und kann bei Bedarf einfach heruntergeklappt werden.
Daneben verfügt der Notfall-KTW über einen Trennwandschrank, der einen Apotherkerauszug, ein Medikamentenfach, ein Schubladenschrank, eine Thermobox, einen Schrank für Notfallrucksäcke inklusive Handwaschgelegenheit und ein Trennwandstaufach enthält. Hinten links befindet sich ein Hochschrank für Sauerstoff, zusätzlich sind Halterungen für die mitgeführte Vakuummatratze, Schaufeltrage und den Krankentragestuhl vorhanden. Im Aufbau können – sofern nur eine Krankentrage in Verwendung – zwei Begleitersitze besetzt werden. Die Decke ist mit einem Infusionshalter versehen. Die seitliche Schiebetür ist außerdem mit einer mechanischen Einstiegshilfe versehen, zusätzlich verfügt der Aufbau über eine Dachluke. Im Patientenraum besteht die Möglichkeit medizintechnische Geräte nach DIN EN 1789, wie z.B. EKG oder Defibrilator anzuschließen.
 
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